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Immobilien in Essen, 3552 Ergebnisse

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Großstadt mit vielen Gesichtern
Bereits im sechzehnten Jahrhundert lebte die Familie Krupp in Essen und beeinflusste die Geschichte der Stadt maßgeblich, die Krupp-Ära endete erst 1967. Bis Friedrich Krupp 1811 die Krupp Gussstahlfabrik gründete, hatten die Mitglieder der Kruppfamilie bereits hohe Ämter inne, nach der Unternehmensgründung sorgten die Kruppschen Werke für eine starke Zuwanderung von Arbeitern. Der Zweite Weltkrieg (1939-1945) brachte aufgrund der Waffenindustrie eine Welle der Zerstörungen in die Stadt, mehr als dreitausend Gebäude überstanden die Zeit nicht. Die deutlichen Spuren des Wiederaufbaus zeigen sich nicht nur in den Stadtbezirken Altendorf und Hosterhausen, wo noch immer die Bausünden der fünfziger und sechziger Jahre das Bild prägen, sondern auch in anderen Bezirken. Die Stadtplaner wollten "moderne" Strukturen schaffen und zerstörten noch intakte Altbestände, ohne dass wie in Hosterhausen und Altendorf wirklich ein Neubau notwendig war. Mit dem Strukturwandel, nachdem in den siebziger Jahren die Schwerindustrie immer stärker schwand, änderte sich das Stadtbild von Essen, der Dienstleistungssektor gewann an Bedeutung, die Stadt wurde sauberer. Ab 1972 Universitätsstadt, bekam die Metropole 2006 das Privileg "Kulturhauptstadt Europas" für 2010, 2001 stellte die UNESCO die Zeche Zollverein als Weltkulturerbe unter ihren Schutz.

Das Stadtgebiet Essen gliedert sich in 50 Stadtteile aus 42 historisch gewachsenen Gemarkungen. Wie in allen Großstädten ist der engere Innenstadtbereich eine begehrte, wenn auch nicht unbedingt feudale Wohngegend. Aufgrund der fast neunzigprozentigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gibt es so gut wie keine Altsubstanz mehr, die Bebauung ist der damaligen Zeit entsprechend, wobei auch moderne Bauten inzwischen eingefügt wurden. Im Gegensatz dazu besteht im Nordviertel noch eine Zone mit Gründerzeithäusern, das sogenannte Elting-Viertel. Der Wohnraum dort ist begehrt und entsprechend teuer. Zu dieser Kategorie gehört ebenfalls das Moltkevierte im Südosten aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Hochwertiger Wohnraum in breiten Straßen mit guter Durchlüftung entstand hier, durchsetzt von Grünzonen und Parkanlagen. Zu den revolutionären Ideen des Stadtplaners Prof. Robert Schmidt zählte die Einfügung von Sportanlagen in einem Wohnbereich, inklusive eines Tennisplatzes, der sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut.

Bei Essen-Katernberg und Altenessen handelte es sich um typische Bergbausiedlungen. In den siebziger und achtziger Jahren verschwand leider ein Großteil der hübschen Ziegelbauten zugunsten oder auch Ungunsten, von Mehrfamilienhäusern, der Stadtkern blieb allerdings weitestgehend erhalten. Katernberg ist einer der ziemlich geruhsamen Bezirke von Essen, noch immer leicht ländlich geprägt, aber nicht wirklich als Wohngegend gesucht. Altenessen hat hingegen aufgrund der Sanierungsmaßnahmen ende des Zwanzigsten Jahrhunderts durchaus gewonnen, die Begrünungen lassen den Staub der Vergangenheit vergessen, ein Ortsteil, der heute wieder Lebensqualität ausstrahlt. Das relativ günstige Frohnhausen besteht aus ehemaligen Werksiedlungen und die für die Krupparbeiter angelegten Erholungsgebiete wie der Westpark oder der Alfredspark. Es herrscht die für eine Arbeitersiedlung typische dicht gedrängte Bebauung vor, dennoch mögen viele Essener den Stadtbezirk und wohnen gerne hier.

Jeder der 50 Stadtteile der Metropole hat sein eigenes Gesicht und seine Geschichte, die Stadt verfügt über grüne Wohngegenden genauso wie über enge Bebauung, Bereiche mit Ein- und Zweifamilienhäusern oder Villengegenden. Am Stadtrand sind ausgeprägt Grünflächen und ländliche Prägung vorherrschend, im Einzugsgebiet gediegenen Wohngebiete, in der Innenstadt die Hektik einer industriell gefärbten Großstadt. Eine schmutzige, kohlenstaubüberzogene Arbeiterstadt ist Essen heute auf jeden Fall nicht mehr, sondern eine interessante Metropole mit vielen Gesichtern und Lebensqualität, mit Kneipen, Bars, Restaurants sowie ausgezeichnetem Freizeit-, Kultur- und Bildungsangebot.
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